Budapestkriterien

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Allgemeine Informationen zu den Budapest-Kriterien und die Diagnosestellung vom CRPS

Die Diagnose CRPS ist eine Ausschlussdiagnose, bei der immer auch an sogenannte Differenzialdiagnosen wie eine Gelenk- oder Weichteilentzundung, eine aktivierte oder dekompensierte Arthrose, aseptische Knochennekrosen oder Durchblutungsstörungen gedacht werden muss. Erst wenn diese mit allen klinischen Verfahren ausgeräumt wurde, sollte man ein CRPS TYP I oder TYP II denken.

Möglichst zeitnah sollte eine grundliche Untersuchung und eine ausführliche Anamnese erfolgen, die oft mit sehr viel Zeit verbunden ist. Es ist wichtig, dass dort der Schwerpunkt der Diagnostik liegt. Zum Ausschluss möglicher andere Erkrankungen können bildgebende Diagnostikverfahren hinzu gezogen werden. Die internationale Gesellschaft zum Studium des Schmerzes (IASP) hat die sogenannten Budapestkriterien erarbeitet, um die Diagnosestellung beim CRPS zu erleichtern. Diese wurden mit der Bezeichnung des „komplexen regionalen Schmerzsyndroms“ (CRPS) zusammen, mit den korrespondierenden Kriterien 1994 im Rahmen einer Konsensus Konferenz der IASP in Orlando, Florida, eingeführt. Diese wurden auch in den AWMF-Leitlinien fest verankert.

Um eben andere Erkrankungen ausschließen zu können die eben den Symptomen auch zu Grunde liegen können, sollten insbesondere folgende Krankheiten differenzialdiagnostisch ausgeschlossen werden, die einem CRPS sehr ähnlich sein können:

  • Erkrankungen des rheumatischen Formkreises
  • Entzündungen
  • thromboembolische Erkrankungen
  • Kompartment oder Nervenkompressionssyndrom

Meist ist es schwierig, einen CRPS zu erkennen, weil es eben NICHT das klinische Bild gibt sondern es so unterschiedlich stark variiert. Der Krankheitsverlauf ist sehr unterschiedlich und lässt keine Rückschlüsse auf weder Entstehung und Prognose des CRPS zu. Für den Ausschluss anderer Erkrankungen bzw. Ursachen sollte eine Laboruntersuchung inkl. Blutbild mit dem Wert des C-reaktivem Proteins sein. Ein ebenfalls wichtiges und zu gleich sinnvolles diagnostisches Mittel stellt die Messung der Hauttemperatur mittels eines Hautthermometer oder alternativ Infrarotthermometers erfolgen der Unterschied zwischen der betroffenen und gesunden Extremität sollte mehr als 1–2°C betragen. Auch kommt der quantitativ sensorischen Testung (QST) meistens durch den Neurologen zum Einsatz. Man man kann dank Hilfe der QST-Messung die Schmerzart analysieren. Was aber nicht wirklich wichtig zur Diagnosestellung ist!

Die apparativen Diagnostikverfahren können hilfreich zur Diagnose sein, dürfen aber nicht überbewertet werden. Sie dienen dem Ausschluss von Differenzialdiagnosen oder aber sind als zusätzliches bildgebenden Mittel bei unsicheren Symptomen gut.

In den meisten Fällen vergeht eher mehr Zeit verloren, weil man auf den Termin warten muss, als das sie einen wirklichen therapeutischen oder diagnostischen Zweck haben. Auf dem Röntgenbild zeigt sich nur etwa bei ca. 50% der Patienten in den ersten sechs Monaten charakteristische kleinfleckige osteoporotische Veränderungen (Entkalkung des Knochens) des Knochens der betroffenen Extremität. Das MRT (Magnetresonanztomografie) liefert Befunde die dem Röntgen ähnlich sehen, zusätzlich lassen sich Weichteilveränderungen (Ödeme) der Muskeln, Bindegewebe erkennen. Das 3-Phasen-Knochenszintigramm mit Technitium-99-Diphosphonat hat zwischen dem 6. und 9. Monat eine Sensitivität von 50%, aber auch zu späteren Zeitpunkten eine hohe Spezifität. Hiermit dürfen allerdings nur Areale bewertet werden, die nicht unfallbedingt bereits eine Mehranreicherung aufweisen. Auch bei einem negativen Ergebnis aber ansonsten eindeutiger Symptomen unter Anwendung der Budapestkriterien, sollte die Diagnose CRPS nicht verworfen werden.

IASP-Diagnosekriterien für CRPS Budapestkriterien der internationalen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes

Für eine gesicherte Diagnose CRPS sind folgende Punkte zu beachten:

Der Patient hat einen anhaltenden Schmerz, der durch die Verletzung nicht mehr erklärt wird (Länge und Intensität).

Es gibt keine andere Diagnose, die diese Schmerzen erklärt, wie zum Beispiel entzündliche Erkrankungen (Laborwerte BB, CRP, BSG sollten geprüft werden).

 In der Anamnese gibt es mindestens ein Symptom aus drei der vier folgenden Kategorien:

1Überempfindlichkeit für Schmerzreize (=Hyperalgesie): z.B. Nadelstich
Überempfindlichkeit für Berührung (=Hyperästhesie): z.B. Streicheln, Kleidung
Überempfindlichkeit für Reize (=Allodynie): z.B. Wind, Wärme
2Asymmetrie der Hauttemperatur
Veränderung der Hautfarbe (bläulich, rot …)
3Asymmetrie beim Schwitzen
Wassereinlagerungen (=Ödeme)
4reduzierte Beweglichkeit
andauernde Verkrampfung, Fehlhaltung (=Dystonie)
unwillkürliches, rhythmisches Zucken (=Tremor)
Schwächen in der Extremität
Veränderung von Haar oder Nagelwachstum

Zum Zeitpunkt der Untersuchung gibt es mindestens ein Symptom aus zwei der vier folgenden Kategorien:

1Überempfindlichkeit für Schmerzreize (=Hyperalgesie): z.B. Nadelstich
Überempfindlichkeit für Berührung (=Hyperästhesie): z.B. Streicheln, Kleidung
Überempfindlichkeit für Reize (=Allodynie): z.B. Wind, Wärme
2Asymmetrie der Hauttemperatur
Veränderung der Hautfarbe (bläulich, rot …)
3Asymmetrie beim Schwitzen
Wassereinlagerungen (=Ödeme)
4reduzierte Beweglichkeit
andauernde Verkrampfung, Fehlhaltung (=Dystonie)
unwillkürliches, rhythmisches Zucken (=Tremor)
Schwächen in der Extremität
Veränderung von Haar oder Nagelwachstum